Schweizer Tech-Konzern dormakaba erreicht historischen Rekord – und startet jetzt die nächste Wachstumsphase
dormakaba setzt verstärkt auf digitale und automatisierte Zutrittslösungen. Der Schweizer Technologiekonzern erreichte 2025/26 eine Rekordmarge und will seine nächste Wachstumsphase beschleunigen.
Der Schweizer Sicherheitstechnologie-Konzern dormakaba schliesst seine dreijährige Transformation mit einer Rekordmarge ab. Besonders erfreulich: Auch der Heimmarkt Schweiz wächst deutlich. Nun setzt das Unternehmen verstärkt auf digitale Zutrittssysteme, Automatisierung und weitere internationale Expansion.
Für den Schweizer Technologiekonzern dormakaba beginnt ein neues Kapitel.
Das Unternehmen mit Hauptsitz in Rümlang bei Zürich hat am Dienstag, 1. September 2026, seine Ergebnisse für das Ende Juni abgeschlossene Geschäftsjahr präsentiert – und dabei einen neuen Rekord erreicht.
Die bereinigte EBITDA-Marge stieg auf 16,1 Prozent und damit auf den höchsten Wert in der Unternehmensgeschichte.
Noch vor einem Jahr lag sie bei 15,5 Prozent.
Das bereinigte EBITDA erreichte 449 Millionen Franken. Gleichzeitig erwirtschaftete dormakaba einen Umsatz von 2,792 Milliarden Franken. Organisch – also ohne Währungs- und Portfolioeffekte – entspricht dies einem Wachstum von 3,0 Prozent.
Damit hat der Konzern sämtliche zu Beginn des Geschäftsjahres gesetzten Ziele erreicht.
Drei Jahre Umbau zeigen Wirkung
Hinter den Zahlen steckt eine umfassende Transformation.
dormakaba hatte in den vergangenen drei Jahren Prozesse vereinfacht, Beschaffung und Produktion optimiert und seine internationale Organisation neu ausgerichtet.
Nach Angaben des Konzerns konnten dadurch kumuliert 235 Millionen Franken eingespart werden.
Die EBITDA-Marge verbesserte sich innerhalb von drei Jahren insgesamt um 2,6 Prozentpunkte.
CEO Till Reuter sieht darin den Beweis, dass die Strategie greift. Nach einem verhaltenen ersten Halbjahr habe sich insbesondere in der zweiten Hälfte des Geschäftsjahres das Wachstum beschleunigt.
Gleichzeitig geht dormakaba mit einem soliden Auftragsbestand in das neue Geschäftsjahr.
Aus einer Restrukturierungsphase soll nun zunehmend eine Wachstumsphase werden.
Schweiz gehört zu den stärksten Märkten
Besonders interessant ist die Entwicklung auf dem Schweizer Heimmarkt.
Hier erzielte dormakaba einen Umsatz von 229,9 Millionen Franken und ein organisches Wachstum von 4,8 Prozent.
Das ist bemerkenswert, weil sich der Gesamtmarkt laut Unternehmen weitgehend stagnierend entwickelte.
dormakaba konnte also Marktanteile gewinnen.
Zum Wachstum trugen insbesondere Lösungen in der automatisierten Zutrittstechnik sowie neue digitale Produkte bei.
Das Unternehmen nennt unter anderem EasyAssist, MotionIQ, Resivo Business beziehungsweise Matrix Cloud und Skyra.
Hinzu kamen eine robuste Nachfrage aus Bereichen wie kritischer Infrastruktur und Gesundheitswesen sowie ein wachsendes Servicegeschäft.
Vom Schlüssel zum digitalen Zugang
Die Entwicklung zeigt gleichzeitig, wie stark sich das klassische Geschäft mit Schlössern und Schlüsseln verändert.
Zutrittssysteme werden zunehmend digital.
Gebäude, Hotels, Flughäfen, Rechenzentren oder Unternehmen benötigen heute Lösungen, die physische Sicherheit mit Software, Cloud-Diensten, mobilen Identitäten und automatisierten Zugangssystemen verbinden.
Genau in diesem Bereich baut dormakaba sein Angebot aus.
Ein Beispiel ist MotionIQ. Die Lösung analysiert automatische Schiebetüren in Echtzeit und soll unnötige Öffnungszeiten reduzieren. Nach Unternehmensangaben kann dadurch die Öffnungszeit um bis zu 50 Prozent verringert und entsprechend Energie eingespart werden.
Auch mit neuen Lösungen für Flughäfen und kritische Infrastrukturen versucht der Konzern zusätzliche Märkte zu erschliessen.
Expansion durch gezielte Übernahmen
Parallel zum organischen Wachstum hat dormakaba seine Übernahmeaktivitäten deutlich verstärkt.
Im Geschäftsjahr 2025/26 wurden sechs kleinere Unternehmen übernommen und zwei Venture-Investitionen getätigt.
Weitere Akquisitionen folgten im Juli und August 2026.
In den USA übernahm dormakaba zuletzt das operative Geschäft von Azure, einem Anbieter von Hardware für moderne Zutrittskontrollsysteme.
Damit stärkt der Konzern seine Position im weltweit wichtigen nordamerikanischen Markt.
Auch im Bereich Aviation baut dormakaba seine Präsenz aus. Neue Boarding-E-Gates und weitere Zugangslösungen sollen an Flughäfen zum Einsatz kommen. In Neuseeland konnte das Unternehmen beispielsweise Projekte in Auckland, Wellington, Christchurch und Queenstown gewinnen.
Starke Bilanz schafft zusätzlichen Spielraum
Auch finanziell steht der Konzern vergleichsweise solide da.
Das Verhältnis von Nettoverschuldung zu bereinigtem EBITDA liegt bei lediglich 0,8.
S&P Global Ratings hat dormakaba im Februar erstmals mit einem Investment-Grade-Rating von BBB und stabilem Ausblick bewertet.
Damit erweitert sich auch der finanzielle Spielraum für zukünftige Investitionen und Übernahmen.
Der Verwaltungsrat will den Aktionären zudem eine um 3,3 Prozent höhere Dividende von CHF 0,95 pro Aktie vorschlagen.
Jetzt soll wieder stärkeres Wachstum kommen
Für das Geschäftsjahr 2026/27 erwartet dormakaba ein organisches Umsatzwachstum von mehr als drei Prozent.
Nach drei Jahren, in denen Effizienzsteigerung und Transformation im Vordergrund standen, verschiebt sich der Fokus damit sichtbar.
Das Unternehmen will die verbesserte Kostenstruktur nun nutzen, um stärker zu wachsen.
Für die Schweizer Wirtschaft ist das eine erfreuliche Entwicklung.
dormakaba gehört nicht zu den Unternehmen, die täglich die Schlagzeilen dominieren. Doch der Konzern ist in einem Markt aktiv, der durch Digitalisierung, intelligente Gebäude, kritische Infrastruktur und steigende Sicherheitsanforderungen strukturell an Bedeutung gewinnt.
Dass ausgerechnet der Schweizer Heimmarkt zu den stärkeren Wachstumsmärkten gehört, macht das Ergebnis zusätzlich interessant.
16,1 Prozent Rekordmarge, steigende Marktanteile in der Schweiz und eine wachsende Palette digitaler Sicherheitslösungen: dormakaba hat seinen dreijährigen Umbau abgeschlossen – und will nun aus einer Position deutlich höherer Profitabilität heraus wachsen.
