Monte-Ceneri Basis Tunnel ist fertig

 Monte-Ceneri Basis Tunnel ist fertig

Quelle: Youtube / Bundesamt für Verkehr

Der Bau von Monte-Ceneri Basis Tunnel kostete 3,6 Milliarden Franken. Nun starten im Ceneri-Basistunnel die Probefahrten.
Durch den Tunnel soll die Reisezeit zwischen Bellinzona und Lugano von 30 Min auf 15 Minuten reduziert werden, und von Locarno und Lugano von 55 auf 22 Minuten reduziert werden. Von Zürich nach Mailand soll die Reisezeit bald unter 3 Stunden liegen.

Der Tunnel führt vom Sopraceneri, genauer von Camorino in der Magadinoebene, ins Sottoceneri bei Vezia. Vom Nordportal Vigana steigt er in Richtung Südportal um 110 m an. Die Steigungen betragen weitgehend weniger als 7 Promille, ab den Kavernen Sarè bis zum Portal Vezia abschnittsweise 10 bis 12,5 Promille. Die Überdeckung mit Gebirge in der Ceneri-Zone beträgt 500 bis 800 Meter.

Mit diesem 15,4 km langen Tunnel entsteht eine neue Verbindung zwischen dem nördlichen und südlichen Teil des Kantons Tessin. Durch den neuen Durchstich nähert sich die Gotthardachse der NEAT dem Zielzustand einer Flachbahn an, deren höchster Punkt bei 550 m ü. M. liegt. So werden dank der beiden Basistunnel unter Gotthard und Ceneri die maximalen Neigungen der Strecke nur noch ungefähr sieben Promille betragen, so dass trotz noch verbleibender kürzerer Abschnitte mit Neigungen bis 21 Promille schwere Güterzüge mit Anhängelasten bis 4000 Tonnen die Schweiz ohne Traktionsverstärkung passieren können. Das wird gegenüber der alten Gotthardbahn von 1882 und ihrer aufwändigen Streckenführung ein grosser Fortschritt sein.

Im Personenfernverkehr ergibt sich auf der Teilstrecke ein Zeitgewinn von zehn Minuten. Der Tunnel ist für 250 km/h ausgelegt. Ferner verhilft der Ceneri-Basistunnel dem Tessin zu einem attraktiveren S-Bahn-Netz zwischen den Zentren Bellinzona und Locarno im Sopraceneri sowie Lugano und Chiasso im Sottoceneri und Varese in der Lombardei.

Durch den Tunnel soll die Reisezeit zwischen Locarno und Lugano von 55 auf 22 Minuten reduziert werden. Allerdings kann die boomende Luganeser Industrie- und Dienstleistungszone Val Vedeggionicht vom schnellen Verkehr via Ceneri-Basistunnel bedient werden, und auch das dortige Kombiverkehrsterminal ist von der künftigen Transitachse nicht mehr direkt zugänglich. Kritisch wird auch vermerkt, dass im Bereich Ceneri Überkapazität geschaffen wird, während bei Bellinzona und auf der eingleisigen Zweiglinie Richtung Luino und weiter nach Genua teilweise einschneidende Engpässe weiterbestehen.

Für den Ceneri-Basistunnel wurden ursprünglich Kosten von ca. 1,2 Mrd. CHF veranschlagt, die sich nach dem Übergang zur zweiröhrigen Bauweise auf 2,050 Mrd. CHF erhöhten. Bereits zu Baubeginn rechnet man jedoch mit einer Kostenübersteigung von mindestens 10 %.

Verantwortlich für den Bau war die Alp Transit Gotthard AG. In den letzten Tagen und Wochen fanden intensive Tests statt. Nun sind diese abgeschlossen, und am Dienstag wurde das Mega-Projekt offiziell den SBB übergeben.

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