Angelica Moser fliegt zum Sieg: Schweizer Europameisterin triumphiert in Bellinzona
Angelica Moser feiert ihren Stabhochsprung-Sieg in Bellinzona 2026 mit 4,77 Metern.
Was für ein August für Angelica Moser: Die Schweizer Stabhochspringerin gewinnt das internationale GalAthletics-Meeting in Bellinzona mit 4,77 Metern. Nach EM-Gold und zwei zweiten Plätzen in Lausanne und Zürich setzt die 28-Jährige damit ihre beeindruckende Erfolgsserie fort.
Angelica Moser ist derzeit kaum zu stoppen.
Nur wenige Tage nach ihrer Weltklasseleistung in Zürich hat die Schweizer Stabhochspringerin beim internationalen GalAthletics-Meeting in Bellinzona den nächsten grossen Erfolg gefeiert.
Die 28-jährige Zürcherin übersprang am Sonntagabend 4,77 Meter und sicherte sich damit vor 6630 Zuschauerinnen und Zuschauern den Sieg.
Keine andere Athletin im Feld schaffte diese Höhe.
Hinter Moser belegten die beiden US-Amerikanerinnen Sandi Morris und Hana Moll die nächsten Plätze. Beide übersprangen 4,67 Meter.
Für Moser ist der Sieg ein weiterer Höhepunkt in einem aussergewöhnlich erfolgreichen Sommer.
4,77 Meter reichen zum Sieg
Im Stadio Comunale von Bellinzona traf die Schweizer Europameisterin erneut auf internationale Spitzenkonkurrenz.
Doch diesmal führte kein Weg an ihr vorbei.
Nachdem Moser 4,77 Meter erfolgreich überquert hatte, stand fest, dass ihr diese Höhe zum Sieg reichen würde. Anschliessend liess die Schweizerin die Latte auf 4,84 Meter legen.
Dreimal versuchte sie sich an der Höhe, dreimal fiel die Latte.
Für den Ausgang des Wettkampfs spielte das jedoch keine Rolle mehr.
Der Sieg gehörte Angelica Moser.
Und er dürfte sich besonders gut anfühlen.
Denn innerhalb weniger Tage war die Schweizerin zweimal ganz knapp an einem Heimsieg vorbeigeschrammt.
Zweite in Lausanne, Zweite in Zürich – jetzt ganz oben
Bei der Athletissima in Lausanne hatte Moser Rang zwei belegt.
Wenige Tage später folgte beim spektakulären City Event von Weltklasse Zürich im Hauptbahnhof der nächste zweite Platz.
Dort gelang ihr sogar eine aussergewöhnliche Leistung: Moser übersprang 4,85 Meter und stellte damit einen neuen Schweizer Hallenrekord auf.
Nur die US-Amerikanerin Hana Moll war an diesem Abend mit 4,90 Metern noch besser.
Ausgerechnet Moll stand nun auch in Bellinzona wieder im Teilnehmerfeld.
Dieses Mal drehte Moser die Reihenfolge um.
Während Moll bei 4,67 Metern blieb, übersprang die Schweizerin zehn Zentimeter mehr und sicherte sich den Sieg.
Ein unglaublicher August
Erst im Zusammenhang mit den vergangenen Wochen wird deutlich, wie bemerkenswert Mosers derzeitige Form tatsächlich ist.
Vier grosse Wettkämpfe innerhalb eines Monats – vier absolute Spitzenleistungen.
Den Anfang machte die Europameisterschaft in Birmingham.
Dort übersprang Moser 4,80 Meter und verteidigte ihren Europameistertitel erfolgreich. Bereits 2024 hatte sie in Rom EM-Gold gewonnen.
Es folgten Rang zwei bei der Athletissima Lausanne und Rang zwei bei Weltklasse Zürich.
Und nun:
Sieg in Bellinzona.
Swiss Athletics spricht zu Recht von einer bemerkenswerten Konstanz der Zürcherin.
Kaum eine andere Schweizer Leichtathletin liefert derzeit bei praktisch jedem grossen Auftritt eine solche Serie von Spitzenresultaten.
Sechsmal Diamond-League-Podest in einer Saison
Auch der Blick auf die gesamte Saison zeigt, wie konstant Moser 2026 unterwegs ist.
Beim Diamond-League-Meeting in Paris hatte sie bereits Ende Juni mit ebenfalls 4,77 Metern gewonnen.
Noch eindrücklicher ist ihre Bilanz in der Diamond League insgesamt: Bei ihren ersten sechs Diamond-League-Auftritten der Saison landete die Schweizerin jedes einzelne Mal unter den besten drei.
Das ist auf diesem Niveau alles andere als selbstverständlich.
Im Stabhochsprung können bereits kleine technische Fehler über Sieg und Niederlage entscheiden. An manchen Abenden passt der Anlauf nicht, an anderen fehlt bei der entscheidenden Höhe nur ein winziger Moment.
Moser gelingt es derzeit jedoch erstaunlich häufig, genau dann ihre besten Sprünge abzurufen, wenn es darauf ankommt.
Vom grossen Talent zur konstanten Weltklasse-Athletin
Dass Moser einmal zu den besten Stabhochspringerinnen der Welt gehören könnte, zeichnete sich schon früh ab.
Bereits als Nachwuchsathletin gewann sie internationale Titel. Der endgültige Durchbruch in die absolute Weltspitze erforderte jedoch Geduld.
Heute gehört die Zürcherin zu den Athletinnen, mit denen bei jedem grossen Wettkampf gerechnet werden muss.
Zwei Europameistertitel in Folge, regelmässige Diamond-League-Podestplätze, ein neuer Schweizer Hallenrekord und internationale Siege sprechen eine deutliche Sprache.
Dabei ist Moser mit 28 Jahren in einem Alter, in dem Stabhochspringerinnen noch mehrere Jahre auf höchstem Niveau vor sich haben können.
Schweizer Leichtathletik begeistert Bellinzona
Moser war am Sonntagabend nicht die einzige Schweizer Athletin, die im Tessin für Begeisterung sorgte.
Joceline Wind durchbrach über 1500 Meter erstmals in ihrer Karriere die magische Vier-Minuten-Grenze. Mit 3:59,79 Minuten verbesserte sie ihre persönliche Bestleistung um mehr als eineinhalb Sekunden.
Damit ist sie nach Anita Weyermann und Cornelia Bürki erst die dritte Schweizerin, die über 1500 Meter unter vier Minuten geblieben ist.
Auch Marcel Hug sorgte für einen Schweizer Sieg. Der mehrfache Paralympics-Champion gewann die 1500 Meter im Rennrollstuhl in 3:12,80 Minuten und stellte dabei einen Meetingrekord auf.
Die 6630 Zuschauer im Stadio Comunale bekamen damit einen Abend mit mehreren Schweizer Höhepunkten geboten.
Und Angelica Moser gewinnt weiter
Im Mittelpunkt stand am Ende dennoch Angelica Moser.
Nicht allein wegen der übersprungenen 4,77 Meter.
Es ist die Serie, die ihren Sieg in Bellinzona besonders macht.
Europameisterin in Birmingham.
Zweite bei Athletissima Lausanne.
Zweite mit Schweizer Hallenrekord bei Weltklasse Zürich.
Siegerin in Bellinzona.
Vier grosse Auftritte innerhalb weniger Wochen – und jedes Mal gehört Moser zu den Besten.
Der Sonntagabend im Tessin liefert deshalb eine klare Botschaft:
Angelica Moser befindet sich in einer der stärksten Phasen ihrer Karriere – und die Schweizer Europameisterin fliegt weiter.
