Schweizer Triumph in China: Max Studer gewinnt erneut in Weihai
Max Studer feiert seinen Sieg beim WTCS-Rennen in Weihai. Der Schweizer Triathlet gewinnt in China zum zweiten Mal in Folge.
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Was für ein Comeback: Max Studer gewinnt das Rennen der World Triathlon Championship Series in Weihai zum zweiten Mal in Folge. Nach einem schwierigen Jahr mit Verletzungen meldet sich der 30-jährige Solothurner eindrucksvoll auf der grossen Triathlon-Bühne zurück.
Max Studer hat es wieder getan. Der Schweizer Triathlet gewinnt im chinesischen Weihai das Rennen der World Triathlon Championship Series (WTCS) – und verteidigt damit seinen Titel aus dem Vorjahr.
Der Erfolg ist weit mehr als nur ein weiterer Sieg in der Karriere des Solothurners. Studer hatte in der gesamten Saison 2026 zuvor kein einziges Rennen der World Triathlon Championship Series bestritten. Verletzungen hatten seinen Rhythmus gestört, und vor dem Start in China war selbst für ihn schwer einzuschätzen, wo er im Vergleich zur Weltspitze stehen würde.
Die Antwort lieferte er auf eindrucksvolle Weise: Nach 1,5 Kilometern Schwimmen, 38,6 Kilometern Radfahren und 10 Kilometern Laufen überquerte Studer nach 1:41:08 Stunden als Erster die Ziellinie.
Zehn Sekunden später folgte der Spanier David Cantero Del Campo. Der Kanadier Tyler Mislawchuk komplettierte das Podest.
Regen macht das Rennen zum Nervenspiel
Die Bedingungen in Weihai waren alles andere als einfach.
Regen verwandelte insbesondere den Radkurs in eine rutschige und technisch anspruchsvolle Strecke. Bereits beim Schwimmen herrschten unruhige Bedingungen. Anschliessend bildete sich auf dem Rad eine grosse Spitzengruppe mit 28 Athleten, in der sich praktisch alle Favoriten befanden.
Anders als bei den beiden vorherigen Austragungen konnte sich diesmal niemand entscheidend absetzen.
Damit wurde das Radfahren zunehmend zu einem Nervenspiel: Wer zu viel riskierte, musste mit einem Sturz rechnen. Selbst der amtierende Weltmeister Matt Hauser aus Australien kam zu Fall, konnte das Rennen jedoch fortsetzen.
Studer hielt sich dagegen geschickt in der Spitzengruppe und sparte Kräfte für die entscheidenden zehn Kilometer zu Fuss.
Eine Strategie, die sich auszahlen sollte.
Die Entscheidung fällt beim Laufen
Nach dem zweiten Wechsel entwickelte sich ein taktisches Rennen.
Hauser setzte sich zunächst an die Spitze. Neben ihm hielten sich unter anderem Studer, Cantero und Mislawchuk in der entscheidenden Gruppe.
Nach und nach wurde das Tempo höher.
Schliesslich übernahmen Studer, Cantero und Mislawchuk die Kontrolle. Das Trio konnte sich von den Verfolgern lösen – und alles deutete darauf hin, dass die Entscheidung zwischen diesen drei Athleten fallen würde.
Dann kam der entscheidende Moment.
Cantero rutschte in der letzten Phase des Laufens aus und stürzte. Der Spanier konnte zwar schnell wieder aufstehen und das Rennen fortsetzen, doch Studer erkannte sofort seine Chance.
Der Schweizer erhöhte nochmals das Tempo.
Cantero versuchte zurückzukommen, doch Studer liess sich den Vorsprung nicht mehr nehmen.
Nach 1:41:08 Stunden lief der Solothurner alleine über die Ziellinie.
«Ich wusste nicht, wie meine Form sein würde»
Dass dieser Sieg keineswegs selbstverständlich war, zeigte Studers Reaktion nach dem Rennen.
Er sei sich vor dem Start nicht sicher gewesen, wie gut seine Form tatsächlich sei, erklärte der Schweizer gegenüber World Triathlon. Schwimmen und Radfahren seien gut verlaufen, gleichzeitig habe er auf dem extrem rutschigen Kurs auch Glück gehabt.
Zweimal sei er selbst beinahe gestürzt.
Umso grösser war die Freude über den Erfolg.
Der Sieg ist Studers erster Erfolg in der World Triathlon Championship Series in dieser Saison – ausgerechnet bei seinem ersten WTCS-Start des Jahres.
Und ausgerechnet an jenem Ort, an dem er bereits zwölf Monate zuvor triumphiert hatte.
Weihai wird zum Schweizer Erfolgsort
Langsam entwickelt sich Weihai damit zu einem ganz besonderen Ort in der Karriere des Schweizer Triathleten.
Bereits 2025 hatte Studer das Rennen in der chinesischen Küstenstadt gewonnen. Damals gelang ihm der entscheidende Angriff noch auf dem Rad.
2026 verlief das Rennen völlig anders. Die grosse Spitzengruppe blieb auf der regennassen Radstrecke zusammen, sodass diesmal die Laufentscheidung fallen musste.
Das Resultat blieb trotzdem dasselbe:
Max Studer gewinnt.
Zwei Starts in Weihai, zwei Siege.
Eine bemerkenswerte Bilanz auf höchstem internationalem Niveau.
Vom Europameister zum WTCS-Doppelsieger
Studer gehört seit Jahren zur internationalen Triathlon-Spitze.
Der Solothurner vertrat die Schweiz bereits bei Olympischen Spielen und wurde 2025 Europameister. Mit seinem erneuten Erfolg in Weihai bestätigt er nun, dass er auch nach einem schwierigen Saisonverlauf weiterhin mit den besten Athleten der Welt mithalten kann.
Gerade deshalb besitzt der Sieg eine besondere Bedeutung.
Nach Verletzungen und einer Saison ohne bisherigen Start in der wichtigsten Rennserie hätte Studer zunächst auch einen vorsichtigen Aufbau wählen können.
Stattdessen kehrt er zurück – und gewinnt sofort.
Schweizer Frauen knapp ausserhalb der Top Ten
Auch bei den Frauen war die Schweiz in Weihai vertreten.
Alissa König erreichte Rang 11, Cathia Schär folgte unmittelbar dahinter auf Platz 12.
Den Sieg holte sich die französische Olympiasiegerin Cassandre Beaugrand vor der Britin Beth Potter und der Deutschen Lisa Tertsch.
Bei den Männern gehörte der Tag jedoch eindeutig Max Studer.
Der Schweizer kam nach China mit wenig aktueller Wettkampferfahrung auf WTCS-Niveau und ohne Gewissheit über seine tatsächliche Form.
Er verlässt Weihai als Sieger.
Und mit einer aussergewöhnlichen Serie:
Zweimal Weihai. Zweimal Max Studer.
